Skaten mit dem Longboard – Lifestyle mit 30 Jahren

Skaten und Longboard

Gastartikel von Andy:
Es ist Juni, ein Monat vor meinem 30igsten Geburtstag. Ich bin gerade nach Frankreich zu einem Longboard Freeride Downhill Skater Event unterwegs. Gerade werde ich beim Kippen kaufen nach meinem Ausweis gefragt. Mittlerweile freut es mich diebisch. Denn vor 12 Jahren hätte es mich noch aufgeregt. Ich denke es liegt nicht nur an mir, sondern an meinem 19-jährigen Skater Kumpel, der mit seiner rosigen Haut noch jünger aussieht. Fröhlich zeige ich der Verkäuferin meinen Personalausweis.

Drei Jahre zuvor hab ich mir noch gedacht, dass solche Skater geistig nicht auf der Höhe und suizidgefährdet sind. So ein bisschen mit dem Longboard durch die Gegend fahren, fand ich schon attraktiv – aber mehr auch nicht. Ein Jahr vor diesem besagten Frankreich Tripp kaufte ich mir ebenfalls ein Longboard. Ich bin einen kleinen Hügel runter gefahren und hab mich ziemlich hingelegt. Ich konnte zwei Tage lang nicht richtig sitzen. Ein Teenie, der meinen grandiosen Abgang gesehen hat, fragte, ob alles in Ordnung sei. Er sagte „das lernst du schon noch. Ich hab mir zu Anfang auch weh getan“.

Mit dem Longboard richtig skaten lernen

„Du musst richtig Longboard fahren lernen. Sowas wie neulich geht ja gar nicht“ dachte ich mir. So habe ich mir ein paar Jungs gesucht, die es besser konnten als ich. Sportlich war ich schon immer. Im Sprint in der Schule war ich die Schnellste. Doch Ausdauersport war noch nie meins. Monotone Bewegungsabläufe langweilen mich eher. Vielleicht reizt mich – ebenso wie beim Klettern oder Bergsteigen – der Nervenkitzel und die Gefahr. Aber wenn es läuft, dann ist es ein ziemlich geiles Gefühl. Endorphine benebeln deinen Geist. Es wird alles um einen herum ausgeblendet. Man konzentriert sich aufs Wesentliche.

Nun stehen mein 19-jähriger Kumpel und ich am Treffpunkt, an dem wir mit unserer Mitfahrgelegenheit verabredet sind. Das ist mein erstes schnelleres Skater Event. Schneller meint, dass man – wenn man es drauf anlegt – schon 60 km/h erreichen kann. Früher hätte ich es mir nie träumen lassen, dass ich mich mal mit so jungen Leuten abgebe. Diese Kinder – von nichts ne Ahnung. Aber habe ich vom Leben eine Ahnung?

 

Du bist nie zu alt Skaten zu lernen

Du triffst auf Leute, die fangen mit 40 an. Sie sind verheiratet und haben Kinder. Du triffst Menschen, die sind erst 13 und lieben den Sport, genauso wie man selbst. Und das verbindet. Man redet nur am Rande über Schule, Arbeit, Ausbildung oder die Uni. Viel lieber redet man darüber, wie man das, was man gerade macht, besser machen kann. Private, tiefgründige Themen kratzt man nur selten an. Die Jüngeren geben einem Tipps. Sie sind meist besser. Und man selbst kann den Älteren die Tipps weiter geben. Eben aus jener Sicht eines Erwachsenen der mit den gleichen Ängsten an die Sache herangeht, wie die Älteren. Die Kids kennen keine Angst, die stürzen sich einfach drauf los.

Sport & Hobby: Lass dein Leben Lifestyle sein

Skaten ist nicht nur ein Sport, es ist Lifestyle. Zunächst wollte ich mit meinem Bus und meinem Hund Fiete einen Trip durch Europa machen. Doch unglücklicherweise brach ich mir den Finger und musste operiert werden. Die lange Reisetour konnte ich vergessen. So bin ich nur in die Schweiz auf ein ziemlich heftiges Skater Freeride Event gefahren. Auf Grund meines gebrochenen Fingers half ich primär aus. Und fuhr die 6 km lange und 2m schmale Straße sachter hinunter. Es war ein grandioses Gefühl.

Ich bin jetzt 30 Jahre alt, da stehen einem noch alle Türen offen. Nächstes Jahr möchte ich mit meinem reparierten Bus eine Europatour unternehmen. Nur ich und mein Hund Fiete. Ich mag die Ruhe. Gelegentlich möchte ich ein paar Skatefreunde treffen sowie Surfen lernen.

Was ist in Eurem Leben Lifestyle?

Dieser Artikel wurde uns  freundlicherweise von Andy einer Freeride bzw. Downhill Longboard Enthusiastin zur Verfügung gestellt. Andy betreibt neben Longboard Skaten einen eigenen Hundeblog und schreibt aus Sicht Ihres Hundes Fiete.

1 Kommentar

  1. Februar 4, 2017 / 7:24 pm

    Kenne dieses Gefühl nur zu gut. Ich habe damals selber mit 26 angefangen und es hat mich so mitgerissen. Eine „Leidenschaft“ trifft es ziemlich gut. Dennoch wünsche ich mir manchmal, dass ich es hätte früher entdecken sollen, um so, noch länger mein Spaß gehabt zu haben. Jedenfalls wünsche ich Dir viel Glück bei deiner Reise 🙂

    In liebe

    Karin

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